Steuerberatung am 24.03.2020

die Bundesregierung hat am Freitag den 13.03.2020 aufgrund der aktuellen Situation die Reglungen für das Kurzarbeitergeld gelockert. Das Kurzarbeitergeld kann nun rückwirkend ab 01.03.2020 beantragt werden. Die Voraussetzung für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld ist ein erheblicher Arbeitsausfall, welcher nicht vermeidbar ist. Bisher kam das Kurzarbeitergeld erst zum Tragen, wenn mindestens 1/3 der Beschäftigten von der Kurzarbeit betroffen waren. Durch die Lockerung des Gesetzes reicht es nun schon, wenn mindestens 10% der Mitarbeiter von dem Arbeitsausfall betroffen sind.

Anspruch

Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben nur Arbeitnehmer, welche in der Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig sind. Für Minijobber, Beschäftigte Altersvollrentner, Werkstudenten und kurzfristig Beschäftigte besteht also keine Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Diese Personengruppen haben weiterhin Anspruch auf Lohnfortzahlung ihres durchschnittlichen Arbeitsentgelts der letzten 3 Monate.

Um das Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen zu können, ist eine Anzeige bei der Bundesagentur für Arbeit über den Arbeitsausfall vorzunehmen.

In den Downloaddokumenten finden Sie das Formular zur Beantragung der Kurzarbeit. Dieses sollte noch bis Ende März bei Ihrer Agentur für Arbeit vor Ort eingereicht werden.

WICHTIG: Kurzarbeitergeld wird frühestens von dem Kalendermonat an geleistet, in dem der Arbeitsausfall angezeigt wurde!

Arbeitsvertragliche Voraussetzungen:

Haben Sie eine Klausel im Arbeitsvertrag bezüglich der Anordnung von Kurzarbeit? Falls nicht sollten Sie, um überhaupt Kurzarbeitergeld zu erhalten, dieses noch mit einer Zusatzvereinbarung mit Ihren Arbeitnehmern vereinbaren. Sollten diese der Zusatzvereinbarung nicht zustimmen, müssen Sie als Arbeitgeber das Arbeitsentgelt in voller Höhe weiter bezahlen und als letzte Konsequenz bliebe dann eventuell nur noch die Kündigung.

Wie geht es nach Antragsstellung weiter?

Sollten die Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld erfüllt sein und liegt die Zustimmung der Agentur für Arbeit vor, dann teilen Sie uns die ausgefallenen Stunden im Rahmen der Entgeltabrechnung mit. Anhand der ausgefallen Stunden wird das Kurzarbeitergeld errechnet. Dieses beträgt rund 60% des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kinderfreibetrag sind es 67%. Mit der Erstellung der Lohnabrechnungen wird dann auch der Antrag auf Kurarbeitergeld erstellt. Dieser muss dann monatlich bei der Agentur für Arbeit eingereicht werden.  Das Kurzarbeitergeld, welches Sie bereits an Ihre Arbeitnehmer ausbezahlt haben, bekommen Sie dann von der Agentur für Arbeit erstattet.

Die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes kann für längstens 12 Monate gewährt werden. Liegen auf dem gesamten Arbeitsmarkt außergewöhnliche Verhältnisse vor, kann das Bundesministerium für Arbeit und Soziales durch Rechtsverordnung die Bezugsdauer bis auf 24 Monate verlängern.

Die juristische Richtigkeit der Anlagen können wir nicht garantieren. Für Rechtssicherheit müssten Sie bitte Ihren Rechtsanwalt konsultieren.

Sollten Sie mit erheblichen Umsatzeinbußen wegen der Corona-Krise rechnen und eine Anpassung der Einkommensteuervorauszahlungen für 2020 wünschen, dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

Bei Fragen zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

Datei Beschreibung
Anordnung Kurzarbeit Betriebliche Einheitsregelung (.docx, 12,1 KB)
Anzeige über Arbeitsausfall - Antrag Kurzarbeit (.pdf, 715,4 KB)
Muster für eine Zusatzvereinbarung (.docx, 12,4 KB)

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